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Tell el-Amarna

400 km nördlich von Theben befinden sich noch heute auf der Ostseite des Nil die Ruinen der altägyptische Stadt „Achet-Aton“, heute bekannt unter der arabischen Bezeichnung „Tell el-Amarna“.In wenigen Jahren Bauzeit errichtet, sollte die neue Königsstadt mit großen Tempelanlagen der neuen Sonnenreligion des Pharao Amenophis IV. (1351 – 1334 v. Chr.) huldigen. Indem er Aton zum einzigen Gott erhob, verkündete er erstmalig in der Menschheitsgeschichte eine nahezu monotheistische Religion. Mit der Umsiedelung nach Achet-Aton um 1343 v. Chr. nahm Amenophis IV. den Namen „Echnaton“ an (übersetzt: „einer, der dem Aton wohlgefällig ist“).

Diese neue Hauptstadt war geprägt durch die glanzvollen Paläste der königlichen Familie und die Heiligtümern wie den „Kleinen-“ und dem „Großen Aton-Tempel“. An den Stadtkern schlossen sich die Nord- und Südvorstadt an. Bis zu 30.000 Menschen haben hier einmal gelebt.

Die theologischen Reformen und der neue Glaube spiegeln sich auch in der zeitgenössischen Kunst und Architektur der Stadt wider. Insbesondere durch die Darstellung der königlichen Familie mit zarten und lang gezogenen Gliedmaßen, schmalem Rippenbereich, weiten Hüften und hervortretenden Bauch, findet ein Bruch mit der traditionellen Kunstform statt.

Die zahlreichen Tier- und Pflanzendarstellungen aus der Palast- und Wohnarchitektur, die sich in der Malerei oder als Einlagen aus farbiger Fayence erhalten haben, verweisen inhaltlich auf den Schöpfungsaspekt des Licht-Gottes Aton.

Unter dem noch sehr jungen Pharao Tutanchamun (1333–1323 v. Chr.) begann in einem sanften Übergang die Rückkehr zu den alten religiösen Traditionen. Die Stadt Achet-Aton wurde bereits 1331 langsam wieder aufgegeben und verlassen. Unter den nachfolgenden Herrschern setzte eine gezielte Verfolgung und Zerstörung der Darstellungen Echnatons und des Aton ein.